Viele Gartenpflanzen sind unproblematisch und brauchen von uns normal gar keine Hilfen - um einige sollte man sich jedoch etwas annehmen.

Hier ein paar Pflege-Vorschläge, mit denen Ihre Zier-Gehölze und Stauden noch schöner, gesünder und älter werden !

DÜNGUNG

Die Vorratsdüngung mit organischem Dünger bei der Pflanzung und die in jedem Boden vorhandenen Reserven reichen für die meisten Pflanzen lange Zeit aus.

·         Organische Dünger (Horndünger, Maltaflor, Kompost, Mist u.a.) sind am besten pflanzenverträglich und fördern das Bodenleben. Sie werden in den Oberboden flach eingearbeitet. Diese organisch gebundenen Nährstoffe haben Langzeitwirkung. Eine nachhaltige Förderung des Bodenlebens und Versorgung mit  Spurenelementen lässt sich mit Holzasche und Steinmehl erreichen.

  • Jährliches Nachdüngen in angemessenem Umfang ist sinnvoll bei: Rosen, Rhododendren, Hibiskus, Prachtstauden, geschnittenen Hecken, Formgehölzen und Rasen.

  • Sonstige Ziergehölze und die Obstgehölze werden sparsamer gedüngt: diese brauchen weniger Stickstoff, sondern vor allem Nachschub an Spurenelementen.

·         Nicht gedüngt werden sollten: Stein- und Heidegärten, Wasseranlagen und alle Pflanzen, die sowieso schon zu stark wachsen.

  • Zu starke Düngung kann auch zu übermäßigem Triebwachstum führen, zu Ungunsten des Blüten- und Fruchtansatzes, schlechterer Frosthärte und mehr Schädlingsanfälligkeit.

ROSEN

·         Im Herbst: ca. um die Hälfte zurückschneiden, bester Frostschutz durch Anhäufeln mit normaler Gartenerde.

·         Im Februar oder März beim Austrieb: stärkerer, genauerer Schnitt, 3 – 5 kräftige Triebe, Höhe je nach Wuchsstärke: - Edelrosen auf 20-30 cm, - Beetrosen auf 10-20 cm, schwache Triebe auf Stummel einkürzen.

·         An Kletterrosen und Strauchrosen werden im Februar alte Triebe ausgelichtet und die übrigen etwas zurückgeschnitten.

·         Ein Rückschnitt der abgeblühten Triebe im Sommer tut allen Ihren Rosen gut: 1/3 bis 1/2, bis auf die nächste kräftige Knospe.

HEIDE

  • sollte einmal jedes Jahr bis auf die unteren, noch grünen Jungtriebe zurück geschnitten werden – ein günstiger Termin für alle Arten ist das späte Frühjahr, April bis Mai.

BESSERE BLÜTE DURCH KRÄFTIGEN RÜCKSCHNITT

erreichen Sie bei allen sommerblühenden Gehölzen, u.a.

Hibiskus, Sommerflieder, Bartblume, Fingerstrauch, niedrige Spieren-Sorten, Lavendel, Johanniskraut, Silberbusch

·         im Februar/März vor dem Austrieb

  • jährlich um 1/3 bis 1/2 ( je nach Art und Geschmack ) : 

OBSTGEHÖLZE

·         Aufbauschnitt der Baumkronen im Jugendalter o. später Auslichtungsschnitt alle 1–3 Jahre,

·         am Besten während der ausgehenden Wintermonate.

·         Obststräucher:  jährlich altes Holz auslichten und junges nachwachsen lassen, ca. 1/3 Umtrieb pro Jahr.

Lesen Sie dazu unser Info-Blatt „Obstgehölzschnitt – das wichtigste in Kürze“ oder kommen Sie mal zum alljährlichen Schnittkurs vorbei!

Obstbaum-Schnittkurs :

letzter Samstag im Februar, 10.00 Uhr, Erziehungs-, Ertrags- und Erhaltungsschnitt, Problemfälle ( Gebühr 5,-€ )

VEREDELTE GEHÖLZE

Die meisten Obstbäume, Rosen und viele bessere Ziergehölze sind auf eine wilde Unterlage veredelt. Es kann deshalb vorkommen, dass Wildtriebe aus dem Stamm oder der Wurzel herauswachsen. Diese sind im Allgemeinen leicht erkennbar an schlankem, kräftigen Wuchs und einer abweichenden Rindenfärbung. Da sie wüchsiger sind als die Edelsorte, schwächen sie diese und können sie sogar ganz überwuchern.

·         Um ein dauerndes Nachtreiben zu unterbinden, entfernt man Wildtriebe am besten sofort, sobald sie auftreten durch möglichst tiefen Schnitt bzw. durch Ausreißen.

FRÜHLINGSBLÜHER

·         Den Blütenansatz fürs nächste Jahr bei Rhododendren und Flieder können Sie durch Ausbrechen der abgeblühten Rispen fördern.

·         Ein kräftiger Rückschnitt in den Wochen nach der Blüte fördert bei Flieder und anderen Frühlingsblühern den Blütenansatz fürs kommende Jahr: z.B. Zierkirschen, Zieräpfel, Spireen, Mandelbäumchen, Forsythie, Ginster.

PLATZPROBLEME

...bekommt man in jedem Garten früher oder später. Auch wenn die Pflanzenmengen maßvoll berechnet waren, muss alle paar Jahre einmal wieder geschnitten werden.

·         Der arttypische, natürliche Wuchs steht den Pflanzen meist am Besten. Die Wuchsgrößen und –formen sollten aber so aufeinander abgestimmt sein, dass jede so viel Licht bekommt, wie sie braucht.

·         Mit kräftigem Auslichten von Sträuchern können die längsten und stärksten Äste oder Stämme an der Basis entnommen werden: dadurch lässt sich die Höhe reduzieren, aber die typische Form des Gehölzes bleibt erhalten. Zwischen den verbleibenden jüngeren und mittelalten Äste sind die Schnittstellen kaum sichtbar.

·         Auch auf radikale Verjüngung reagieren viele Arten mit zügigem Neuaufbau Ihrer Form – Rundum-Erneuerung in längeren Etappen. 

·         Falls es dennoch zu eng werden sollte, muss entschieden werden was gerodet oder umgepflanzt werden muss.

KOMPAKTER WUCHS

·         ...ist bei einigen Sorten erwünscht, damit sie auch längere Zeit „gut in Form“ bleiben – ganz nach Geschmack! In solchen Fällen kann schon frühzeitig und später regelmäßig gestutzt werden : z.B. Scheinzypressen, Thuja, Wacholder, Fichten, Eiben, Ginster können an den Jungtrieben soweit zurück geschnitten werden, wie diese noch grün sind.

·         Kiefern-Arten: Einkürzen der „Kerzen“ um 2/3 im April/Mai, wenn sie sich gerade gestreckt haben, gegebenenfalls nach 3 Wochen nochmals.

·         Blütensträucher: haben meist einen starken Jahrestrieb und somit eine lockere Wuchsform. Sie vertragen fast alle einen gelegentlichen, starken Rückschnitt – am vorteilhaftesten nach der Blüte.

GESCHNITTENE HECKEN

·         Schon in der Jugend sollten die Spitzentriebe einander angepasst und auch die Seiten regelmäßig geschnitten werden, damit die Hecke gleichmäßig dicht und nicht zu breit wird.

·         Je nach Heckenart und Geschmack wird diese 1 – 3 mal im Jahr geschnitten. Der Schnitt im Frühsommer hat den Vorteil, dass die Hecke schon nach wenigen Tagen wieder schön grün ist.

·         Wichtig: niemals die Heckeseite senkrecht schneiden, sondern immer leicht schräg: 10% Neigung ist ein bewährtes Maß - nur so bleibt sie über Jahre hinweg auch unten schön dicht!

STAUDEN

...ziehen sich im Herbst auf ihre Überwinterungsorgane zurück: unterirdische Knollen, Wurzelsprosse usw. oder oberirdische Rosetten, Sprossknollen und Sprosse.

·         Die braunen, abgestorbenen Triebe können dann entfernt werden. Bei einigen Arten wirken aber auch die alten Blütenstände noch lange schön und dekorativ!

·         Ziergräser sollten, um Frostschäden zu vermeiden, erst nach dem Winter ganz zurückgeschnitten werden: beim  Herbstputz im Garten also nur einen Teil abschneiden und den übrigen Schopf zusammenbinden.

·         Manche Stauden können mit der Zeit in der Mitte auskahlen - sie bleiben schöner, wenn sie immer mal wieder geteilt und neu eingepflanzt werden.

ZWIEBELBLUMEN

·         Direkt nach dem Verblühen können Blütenstände abgepflückt werden, die Laubblätter aber müssen noch fürs nächste Jahr Kraft sammeln – deshalb erst bei beginnendem Welken entfernen im Mai oder Juni.

WINTERSCHUTZ

...ist für empfindlichere Pflanzen notwendig :

  • z. B. Pampasgras, Freiland-Fuchsien, Stammrosen, Edel-, Beet-, Zwergrosen, Kübel- und Trogbepflanzungen.

Frostschäden sind fast immer Trockenschäden, da die Pflanze bei gefrorenem Boden kein Wasser mehr aufnehmen kann, aber durch Wind, Sonne und Frost ausgetrocknet wird. Gefährlich ist deshalb vor allem die Zeit mit tief gefrorenem Boden ohne Schneedecke.

  • Abdecken oder lockeres Behängen mit Vliesstoff, Tannenreisig, Stroh oder Schilfrohrmatten schützt vor Sonne und Wind.

  • Rosen werden mit Erde mind. 5 cm über die Veredlungsstelle angehäufelt (nicht mit Torf), eventuell lockere Abdeckung mit Tannenreisig. Bei Stammrosen wird die Krone mit luftigem Material eingepackt.

  • Kübel und Tröge können eingesenkt oder eingepackt werden, damit sie besser isoliert sind. Immergrüne Pflanzen in Behältern im Dezember kurz vor dem Kälteeinbruch noch einmal wässern.

  • Die kälteste Zeit von Dezember bis Mitte Februar können Kübel-Pflanzen gut ohne Licht an einem geschützten kühlen Platz verbringen.